Was haben Giraffen mit deinen inneren Antreiber zu tun?

Was haben Giraffen mit deinen inneren Antreiber zu tun?

Wer von uns ist nicht fasziniert von der majestätischen Erscheinung einer Giraffe? Diese wunderbaren Kreaturen sind nicht nur für ihre außergewöhnliche Höhe bekannt, sondern auch dafür, dass sie erstaunlich wenig Schlaf benötigen. Nur etwa 1,9 Stunden pro Tag, verteilt auf kurze Intervalle von wenigen Minuten, gönnt sich eine Giraffe an Ruhe. Ist das nicht unglaublich? Aber was hat das nun mit uns Menschen zu tun?

Diese Eigenschaft der Giraffe führt uns zu einem Aspekt unseres Lebens, den wir nur allzu oft übersehen – nämlich zu unseren inneren Antreibern. Ähnlich wie die Giraffen, können auch unsere inneren Antreiber uns "wach" halten, indem sie ständig unsere Gedanken kreisen lassen, selbst wenn wir eigentlich zur Ruhe kommen wollen.

Was sind diese «inneren Antreiber»?

Aber was genau sind diese inneren Antreiber? Falls du mit diesem Konzept noch nicht vertraut bist, hier ein Überblick: Innere Antreiber sind die kleinen, inneren Stimmen, die uns ständig dazu drängen, mehr zu tun, schneller zu sein und besser zu werden. Sie bestimmen, wie wir auf verschiedene Situationen reagieren, wie wir Entscheidungen treffen und sogar, wie wir unser gesamtes Leben gestalten.

Wer hat die Theorie entwickelt?

Die Theorie der Inneren Antreiber wurde von dem amerikanischen Psychologen Taibi Kahler im Rahmen der Transaktionsanalyse entwickelt. Sie basiert auf der Annahme, dass jeder von uns verschiedene starke und weniger starke "innere Stimmen" hat, die unser Verhalten, unsere Gedanken und unsere Gefühle beeinflussen. Diese inneren Stimmen werden als "Antreiber" bezeichnet.

Innere Antreiber sind unbewusste «Überlebens Strategien»

In seiner Theorie identifiziert Kahler fünf primäre innere Antreiber, die jeweils durch bestimmte Verhaltensmuster und Glaubenssätze gekennzeichnet sind. Diese Antreiber sind im frühen Kindesalter entstanden und haben sich als eine Art "Überlebensstrategie" entwickelt. Sie dienten dazu, Anerkennung und Liebe von unseren Eltern und Betreuern zu erhalten.

Obwohl diese Antreiber in der Kindheit hilfreich sein können, können sie im Erwachsenenalter zu Problemen führen, wenn sie nicht erkannt und bewusst gesteuert werden. Das liegt daran, dass die Art und Weise, wie wir auf Situationen reagieren, oft mehr von diesen unbewussten Antreibern bestimmt wird, als von einer bewussten, rationalen Entscheidungsfindung.

In seiner Arbeit stellte Kahler fest, dass Menschen, die lernen, ihre inneren Antreiber zu erkennen und zu kontrollieren, in der Regel glücklicher, erfolgreicher und erfüllter sind. Sie sind besser in der Lage, gesunde Beziehungen zu führen, effektiv zu arbeiten und ein ausgeglichenes Leben zu führen.

Die fünf identifizierten Antreiber

  • Sei Perfekt: Dieser Antreiber drängt uns, alles perfekt zu machen. Der typische Satz dazu lautet: "Nur das Beste ist gut genug". Kennst du das Gefühl, Angst vor Fehlern zu haben und erst aufhören zu können, wenn etwas mehr als 100% erledigt ist?
  • Streng Dich an: Dieser Antreiber spornt uns an, immer mehr zu leisten. "Ohne Fleiß, kein Preis" könnte sein Motto sein. Hast du das Gefühl, dass du für jeden Erfolg hart arbeiten musst?
  • Beeil dich: Dieser Antreiber drängt uns, alles sofort zu erledigen. "Zeit ist Geld", sagt er uns. Hast du oft das Gefühl, dass viele Dinge Zeitverschwendung sind?
  • Mach es allen recht: Dieser Antreiber möchte, dass wir allen gefallen. "Man kann es nicht allen Recht machen", sagt er, obwohl wir es trotzdem versuchen. Neigst du dazu, "harmoniesüchtig" zu sein und deine Meinung hintenanzustellen?
  • Sei stark: Dieser Antreiber möchte, dass wir immer Haltung bewahren und nie Schwäche zeigen. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", könnte sein Leitsatz sein. Bemühst du dich, deine Fassung zu bewahren, selbst wenn es dir schlecht geht?

Allein die Dosis macht das Gift

Das Wichtige bei den inneren Antreibern ist, dass sie nicht grundsätzlich schlecht sind. Sie können uns motivieren und antreiben. Doch wie Paracelsus schon sagte: Allein die Dosis macht das Gift – so ist es auch mit den inneren Antreibern.

Meiner Erfahrung nach, tragen alle überaktiven Antreiber mit der Zeit zu einem erhebliches Burnout Risiko bei. Es ist deshalb in jedem Stress-Management oder Resilienz Training wichtig, sich damit auseinander zu setzen und einen Weg zu finden, die inneren Antreiber ins Gleichgewicht zu bringen.
Denn genau wie eine Giraffe, die zwar nur 1,9 Stunden Schlaf braucht, haben auch wir das Bedürfnis, unsere innere Ruhe zu finden.

 

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