«Sei perfekt»: Der innere Antreiber, der dich daran hindert, dich lebendig zu fühlen

«Sei perfekt»: Der innere Antreiber, der dich daran hindert, dich lebendig zu fühlen

Kennst du das nagende Gefühl, bei allem, was du tust, eine perfekte Leistung erbringen zu müssen? Dass nicht nur grobe Schnitzer, sondern bereits feinste Unregelmäßigkeiten oder winzige Versäumnisse eine riesige Welle der Selbstkritik in dir auslösen? Wie oft hast du dich selbst dabei erwischt, wie du stundenlang an einem Projekt arbeitest, nur um sicherzustellen, dass jedes Detail genau richtig ist, selbst wenn andere längstens zufrieden wären? Der ständige Druck, sei er selbstauferlegt oder als wahrgenommene Erwartung von außen, kann erdrückend sein. Manchmal fühlt es sich so an, als würde ein unsichtbares Gewicht auf deinen Schultern lasten, das von den hohen Standards und Anforderungen kommt, die du dir selbst setzt oder die du glaubst, dass andere von dir erwarten. Dieser nicht endend wollende Drang nach Perfektion, gepaart mit der Angst vor Fehlern, kann eine konstante Quelle von Stress und Selbstzweifel sein.

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, könnte es sein, dass dein innerer Antreiber "Sei perfekt" besonders prägnant in dir wirkt. Diese innere Stimme sorgt dafür, dass wir ständig nach Perfektionismus streben, oft auf Kosten unserer eigenen Zufriedenheit und Gelassenheit.

Typische Aussagen, die man hören könnte

  • Wenn ich etwas mache, dann richtig
  • Ordnung ist das halbe Leben
  • Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
  • Übung macht den Meister
  • Von nichts kommt nichts
  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
  • Es muss alles perfekt sein, sonst ist es nicht gut genug
  • Fehler sind keine Option
  • Ich könnte immer noch mehr tun
  • Es gibt immer Raum für Verbesserungen
  • Ein Fehler, und alles ist ruiniert


Mögliche Ursachen dieses inneren Antreibers:

  • Angst vor Kritik: Menschen mit einem starken "Sei perfekt"-Antreiber haben oft Angst vor Kritik oder Ablehnung. Ein Fehler könnte in ihren Augen bedeuten, dass sie nicht gut genug sind und von anderen negativ beurteilt werden. Sie haben auch selbst Mühe damit, Kritik anzubringen, da sie wissen, wie schlimm dies für sie selbst ist.
  • Hohe Selbstansprüche: Ein überzeugtes Streben nach Perfektion kann durch eigene hohe Ansprüche an sich selbst entstanden sein. Diese Personen glauben, dass sie nur dann wertvoll sind, wenn sie makellos performen.
  • Angst vor Fehlern: Das Zulassen von Fehlern oder Unvollkommenheiten wird als Zeichen von Schwäche oder Unzulänglichkeit gesehen und muss - koste es was es wolle - vermieden werden. Dadurch kann es sein, dass eine offensichtliche Fehlentscheidung lange vor sich selbst schöngeredet wird.
  • Ständiges Vergleichen: Das ständige Vergleichen mit anderen und das Bestreben, immer der oder die Beste zu sein, treibt den Perfektionismus weiter an.

Wenn du feststellst, dass der "Sei perfekt"-Antreiber in deinem Leben eine dominante Rolle spielt, dann lohnt es sich, darüber nachzudenken und an diesem Thema zu arbeiten. Denn auf Dauer kann dieser Antreiber zu großem Stress, Überforderung und letztlich zu einem Burnout führen. Es kann befreiend sein und Spass machen, herauszufinden, welche Muster dahinterstecken und diese zu verändern. Erlaube dir, menschlich zu sein, und entdecke die Schönheit der Unvollkommenheit.

Viel Spass auf deiner Reise zur Selbstakzeptanz

Deine Michaela

 

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